Vorläufige Thüringer Grund-Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie (Corona EindämmungsVO)



Vorläufige Thüringer Grund-Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie

(Corona EindämmungsVO)
Vom 24. März 2020

Aufgrund des § 32 Satz 1 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 1 und 2 des Infektionsschutzgesetzes
(lfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes
vom 10. Februar 2020 (BGBl. I S. 148) und § 7 der Thüringer Verordnung zur Regelung
von Zuständigkeiten und zur Übertragung von Ermächtigungen nach dem Infektionsschutzgesetz
(ThürlfSGZustV0) vom 2. März 2016 (GVBI. S. 155) verordnet das Ministerium für Arbeit,
Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie:
§1
Grundsätzliche Pflichten
Jede Person ist angehalten, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außer
zu den Angehörigen des eigenen Haushalts auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
Wo immer möglich, ist zu anderen als den in Satz 1 genannten Personen ein Mindestabstand
von mindestens 1,5 m einzuhalten.
§2
Aufenthalt im öffentlichen Raum
Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden
Person oder im Kreise der Angehörigen des eigenen Haushalts gestattet. Der Weg zur
Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, die Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen
Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen
Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben weiterhin möglich.
§3
Einhaltung von Hygienevorschriften
In allen Betrieben sind Hygienevorschriften entsprechend den Empfehlungen des Robert
Koch-Instituts und des Arbeitsschutzes sowie wirksame Schutzvorschriften für Mitarbeiter, Besucher
und Kunden einzuhalten. Ziele der zu veranlassenden Schutzmaßnahmen sind die
Reduzierung von Kontakten, der Schutz des Personals vor Infektionen sowie die möglichst
weitgehende Vermeidung von Schmierinfektionen über Vehikel und Gegenstände. Dies soll
durch Einhaltung von Abstandsregelungen von mindestens 1,5 m Abstand zu anderen Personen,
sowie ein verstärktes Reinigungs-und Desinfektionsregime bewerkstelligt werden.
§4
Unterstützung durch die Polizei
Die nach der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten und zur Übertragung
von Ermächtigungen nach dem Infektionsschutzgesetz zuständigen Behörden sind gehalten,
die Bestimmungen dieser Verordnung energisch, konsequent und falls nötig mit Zwangsmitteln
durchzusetzen. Dabei werden sie von der Polizei nach den allgemeinen Bestimmungen unterstützt.
Die Aufgaben der nach dem Infektionsschutzgesetz und der nach der Thüringer Verordnung
zur Regelung von Zuständigkeiten und zur Übertragung von Ermächtigungen nach
dem Infektionsschutzgesetz zuständigen Behörden bleiben unberührt.
§5
Ordnungswidrigkeiten, strafbare Handlungen
Die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und strafbaren Handlungen richtet sich nach den
§§ 73 bis 76 IfSG.
§6
Weitergehende Anordnungen der zuständigen Behörden
Weitergehende Anordnungen der nach der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten
und zur Übertragung von Ermächtigungen nach dem Infektionsschutzgesetz sowie
der Verordnung über den öffentlichen Gesundheitsdienst und die Aufgaben der Gesundheitsämter
in den Landkreisen und kreisfreien Städten in der Fassung vom 2. Oktober 1998 (GVBI.
S. 329-337-) in der jeweils geltenden Fassung zuständigen Behörden bleiben unberührt.
§7
Gleichstellungsbestimmung
Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Verordnung gelten jeweils für alle Geschlechter.
§8
Einschränkung von Grundrechten
Die Grundrechte der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes, Artikel 3
Abs. 1 Satz 2 der Verfassung des Freistaats Thüringen), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8
des Grundgesetzes, Artikel 10 der Verfassung des Freistaats Thüringen), der Freizügigkeit
(Artikel 11 des Grundgesetzes, Artikel 5 Abs. 1 der Verfassung des Freistaats Thüringen) und
der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Abs. 1 des Grundgesetzes, Artikel 8 der Verfassung
des Freistaats Thüringen) werden insoweit eingeschränkt.
§ 9
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 25. März 2020 in Kraft und mit Ablauf des 8. April 2020 außer Kraft.
Erfurt , den 24. März 2020

Die Ministerin für Arbeit, Soziales,
Gesundheit, Frauen und Familie


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