Steinbach-Hallenberg



Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden kleine und mittlere Werkzeug- und Metallwarenfabriken, die sich dem entwickelnden Produktionszweig der Kleineisenwaren zuwandten. Der Anschluss des Ortes an das Eisenbahnnetz (1893) sowie die Einführung der Elektrizität (1899) und der Gasversorgung (1910) bewirkten eine allmähliche Überleitung der Hausindustrie in den Fabrikbetrieb. Allerdings gab es nur vereinzelt Ansätze für eine moderne Großproduktion, die erst seit den 20er Jahren und vor allem nach 1945 wirksam wurden, als durch politische Zwangsmaßnahmen die meisten Privatbetriebe enteignet und in einem „volkseigenen“ Großbetrieb der Werkzeugindustrie zusammengefasst wurden.

Die Bevölkerungszahl überstieg erst im 18. Jahrhundert die Tausendergrenze und erreichte 1747 die Zahl von 1450 Einwohnern. Sie verdoppelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts und stieg nach Kriegsende 1945 durch den Zuzug von Umsiedlern einmalig auf 7010 Einwohner. Heute leben in Steinbach-Hallenberg und im eingemeindeten Ortsteil Herges-Hallenberg ca. 5700 Bürger.
Die Sadtrechtsverleihung für Steinbach-Hallenberg datiert vom 30. Juni 1936. Während der DDR-Zeit bildete der Ort zusammen mit Altersbach, Rotterode, Bermbach, Herges-Hallenberg, Unterschönau und Oberschönau einen Gemeindeverband mit etwa 12 000 Einwohnern. Nach den politischen Veränderungen von 1990 ist Steinbach-Hallenberg weiterhin eine kreisangehörige Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.
Eine historisch einmalige Herausforderung an Politik und Gesellschaft stellt die deutsche Wiedervereinigung zu Beginn der 90er Jahre dar. Nach 40 Jahren Trennung und Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gesellschaftssystemen ging es vor allem um die Angleichung der Lebensverhältnisse. Zahlreiche Gesetzeswerke mussten angewandt, neue Verwaltungsstrukturen aufgebaut und eine nachhaltige Stadtentwicklung eingeleitet werden. Die Stadtväter Steinbach-Hallenbergs standen vor der Herausforderung, ökonomische, ökologische und soziale Interessen zu bündeln, Umweltbelange und Stadtentwicklung zusammenzuführen und zukunftsfähige Strategien zu entwickeln.
Manches davon ist schon wieder in Vergessenheit geraten, weil es heute bereits zum Lebens-standard gehört. Kohle wich Öl und Gas, Telefonanschlüsse, Wasserleitungen und Abwasserkanäle wurden verlegt, Straßen erneuert, das Flussbett der Hasel saniert und vieles mehr. Stadtumbau statt Neubau „auf der grünen Wiese“ hat in Steinbach-Hallenberg Vorrang. Dies löste auch ein Umdenken bei den Bürgern aus. Es wurde sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Bereich kräftig saniert, modernisiert und neu gebaut. Baumaterialien, die zu DDR-Zeiten begehrte Tausch- und Handelsware waren, konnten nunmehr in allen Facetten ein- und angebaut sowie verwendet werden. Das Stadtbild verbesserte sich merklich und mit ihm die Lebensqualität der Steinbacher Bürger.
Wohn- und Gewerbegebiete kamen in den Genuß von geförderten Maßnahmen. Insbesondere die Gewerbegebiete sind heute gut ausgelastet und werden bedarfsweise erweitert. Mit einem gesunden Branchenmix im Dienstleistungs- und Handwerksbereich sowie in der verar-beitenden Metall-, Holz- und Kunststoffindustrie bietet Steinbach-Hallenberg eine solide Basis für den Arbeitsmarkt.
Steinbach-Hallenberg verfügt über eine Grundschule, eine Regelschule, eine Dreifelderhalle und drei Kindergärten. Damit ist die Stadt ein sicherer Bildungsstandort.
Aus der Tradition des Metallhandwerks entstand die museale Besonderheit – das Metallhandwerksmuseum. Hier und in den kleinen dazugehörigen Werkstätten kann man sehen, wie Nagel und Korkenzieher in Handarbeit gefertigt werden, wie eine Feile ihre „Hiebe“ bekommt oder was die „durchgesteckte Zange“ auszeichnet.
Steinbach-Hallenberg ist aber auch die Stadt der Sportbegeisterung und Heimatstadt international bekannter Sportgrößen, genannt seien vor allem die beiden Ehrenbürger Skisprunglegende Helmut Recknagel und die Olympiasiegerin im Biathlon Kati Wilhelm.
Reizvolle, ursprüngliche Natur im schönsten Rennsteiggebiet und frische, klare Bergluft lassen aktive Erholung hier ganzjährig zum Erlebnis werden.
Der Skilift an der „Kniebreche“, der allabendlich auch unter Flutlicht betrieben wird, das gut präparierte Skiwanderwegenetz am „Knüllfeld“ und das Freibad mit seiner ausgedehnten Liegewiese sind ein Geheimtipp.
Gastfreundschaft kann man auch anderswo erleben. Aber die Einheimischen, die „Staimicher“, haben sich ihre Ursprünglichkeit und natürliche Herzlichkeit, die gerade die Südthüringer so angenehm auszeichnen, bewahren können. Dort wo Brauchtum lebendig erhalten wird, gedeiht Geselligkeit besonders. Burgfeste, Kirmes, Schmiedefeste und Heimatabende bilden ausgezeichnete Möglichkeiten für die über 40 Vereine, sich an der Gestaltung und dem guten Gelingen einzubringen.

Hier leben engagierte Menschen, Menschen, die fest verwurzelt in der Tradition ihre Zukunft gestalten und sich in bemerkenswerter Weise mit ihrer Stadt identifizieren.
Die Unverwechselbarkeit und den Charme Steinbach-Hallenbergs gilt es zu erhalten.



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