Burg Hallenburg über Steinbach



Vom Ebertsgrunde führt die Straße eine Höhe hinan über das Dörfchen Rotterode nach den langgebauten, häuserreichen Steinbach-Hallenberg. Dicht über dem Orte ragen die malerischen Türme der Burg Hallenberg vom schroffen Felsen empor, einst eine hennebergische Grafenburg und nachmals lange Zeit Amtssitz. Die soll, der Sage nach, derselbige Baumeister ausgeführt haben, der Schloß Henneberg erbaute; doch zeigen die Trümmer beider Burgen nicht die geringste bauliche Ähnlichkeit. Hallenberg war mehr ein eng von Mauern umgrenzter Turmbau; Henneberg aber war eine stattliche Hofburg, von nicht geringerem Umfange und noch breiterem Flächenraume als die Wartburg.

Innerhalb der Hallenburg soll noch eine eiserne Tür verborgen sein, die einen Gang verschlossen halte, der bis in das ehemalige Johanniterhaus Kühndorf am Dolmar führte. Auch eine weiße, wandelnde Jungfrau soll sich zu Zeiten in den Burgtrümmern blicken lassen; und im Gemäuer soll eine Höhlung sein, darin ein Särglein mit den Gebeinen eines eingemauerten Kindes gestanden.
Am Berge steht ein altes Malzhaus, bis zu welchem jene Jungfrau wandelt. Auf dem Hause ist ein kleiner Turm mit einer Glocke, die früher auf der Burg hing und das Silberglöckchen heißt, weil ihr Klang so silberhell und rein. Schwarzaer Juden wollten die ganze Höhlung diser Glocke mit Silber füllen, wenn man ihnen dafür die Glocke geben wollte; die Steinbach Gemeinde aber hat sie nicht hergegeben.

(Bechstein)
Aus V. Wahl: Steinbach-Hallenberg
- Verganheit und Gegenwart, 1978 -

Daten zur Geschichte der Hallenburg

Um 1212 Die Herren von Hallenberg lassen auf älteren Burgresten die Hallenburg erbauen
1232 Reinhard von Hallenberg wird als hennebergischer Dienstmann benannt
1268 In einer italienischen Schenkungsurkunde wurde "castrum Haldenberg" erstmals urkundlich erwähnt.
1274 Nach der hennebergischen Landesteilung gelangt die Hallenburg an die Henneberg-Hartenberger Grafenlinie und wurde Wohnsitz und Residenz.
1391,
13. März
Die Henneberg-Römhild-Asbacher Linie übernimmt die "Haldenburg"
1518 Die Hallenburg hörte auf, Residenz der Henneberg-Römhilder Linie zu sein. Seit dieser Zeit war sie Sitz des herrschaftlichen Amtmannes.
1549 Erbfolgestreit um die Hallenburg und das Amt. Gewaltsame Einnahme durch Graf Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen. Danach waren umfangreiche Bauarbeiten erforderlich.
1583 Aussterben der Henneberger Grafenlinie. Übernahme auf Grund der Erbverbrüderung durch das sächsische Herrscherhaus. Die Hallenburg wurde Sitz des Burgvogts und Amtsverwalters bis 1588.
1584 Ein angelegtes Inventarverzeichnis und Baurechnungen ermöglichen uns eine Vorstellung der Räumlichkeiten.
1588 Das Schloß ist weitgehend unbewohnt und dem Zerfall ausgesetzt.
1608 Befehl des Kurfürsten August von Sachsen, das Haus Haldenberg mit all seinen Gebäuden abzubrechen. Übrig blieb das "alte Schloß" als Ruine.
1839 Erste Sicherungsarbeiten an der Hallenburg, um den Zerfall der Ruine aufzuhalten.
1840 Beantragung der Erschließung der Burg durch die zuständige Bauinspektion Schmalkalden.
1847 Erhaltung und Aufbau des eingestürzten Mauerwerkes.
1919,
20. August
Absturz der Felskanzel zu Tale. Hierbei wurde eine Werkstatt beschädigt.
1945 Einordnung unter die geschützten Denkmäler des Kreises.
1984 Wiederherstellung der Turmspitze des Bergfrieds nach historischem Vorbild.

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